Lieber Herr Pilgram,
für die Fortsetzung unserer Wanderung waren die Etappen XII, XIII, XV und XVI geplant. Leider standen sie vorallem unter dem Motto »den Schatten suchen«. Der Juli war heuer die einzig mögliche Reisezeit und das stellte uns schon beim Buchen der Unterkünfte vor Herausforderungen. In Grahovo kamen wir im Hiša Brdo Guesthouse unter, das mit großer Gastfreundschaft und Internationalität überraschte. Der Weg von Grahovo nach Most na Soči war landschaftlich abwechslungs- und so erlebnisreich wie wir diese Wanderungen kennen. Doch die Temperatur stieg und so waren die 900 Hm am nächsten Tag zwar von herrlichen Ausblicken begleitet aber sehr schweißtreibend und es ging nur langsam voran. Im Lokal am Neptunbrunnen in Kanal, das nun »Aura« heißt, fiel schweren Herzens die Entscheidung, die folgenden beiden Etappen über die Korada und den Sabotin bei über 30 Grad (und aktueller Kondition) nicht mehr zu wagen. Also gingen wir vom Wander- in den touristischen Modus über und haben Šmartno und den Collio vorallem kulinarisch genossen (unbedingt: Hiša Marica!). Auf die slowenischen Busse war Verlass (Haltestelle im »Nichts«) und der Ausklang in Nova Gorica und Gorizia auch kulturell und historisch interessant. Wir wollen jedenfalls weiter »das Weite suchen«, werden das aber nächstes Mal im Frühjahr tun und danken Ihnen und Ihrem Team wieder für die wunderbaren Spuren, die Sie gelegt haben.
Lieben Gruß,
Lieber Herr Pilgram,
diesmal haben wir uns mit der neuen Ausgabe von »Das Weite suchen« auf den Weg gemacht und sind die Etappen V bis IX von Blejska Dobrava bis Podbro gewandert. Die An- und Abfahrt mit der Wocheiner-Bahn ist ein Erlebnis für sich und für mich viel erfreulicher als mit dem Auto. Die Wocheiner Landschaft mit Blicken, Seen und gerade reich blühenden Blumenwiesen war eine wunderbare Entdeckung. Wir konnten sie zum Glück noch in der touristischen Vorsaison erleben. Ein Höhepunkt war der Übergang zum Küstenland über den Pass, wo eine natürliche »Schanze« tatsächlich einlädt gedanklich ins Weite bis zur Adria auszugreifen. Das Wandererlebnis war diesmal auch durch die zur Verfügung gestellten Komoot Dateien neu. Das ist natürlich einerseits höchst erleichternd, andererseits geht dabei ein bischen was vom »Entdeckergeist« oder auch »Zauber« dieses ganzen Konzepts verloren. Wir sind grundsätzlich den Wegbeschreibungen im Buch gefolgt und haben bei Unklarheiten oder Zweifeln die App konsultiert. So hat es gut geklappt.
Die Beschreibungen waren klar und auch die Markierungen des Juliana Trails erleichternd. Einzig zwischen Goreljek und Srednja vas v Bohinju (VII) waren wir von den Zeitangaben etwas verwirrt (aber eben mit Komoot gut versorgt). Der letzte Abstieg nach Podbrdo (IX), der im Buch noch als »undeutlich markiert« beschrieben ist, wurde mittlerweile sehr sorgfältig mit vielen Hinweisen versehen, sodass wir ohne Probleme in Podbrdo gelandet sind. Beim Abschlussbier in der Dorfbar haben wir auf die Wanderung und Ihre äußerst treffende Beschreibung der örtlichen Szenerie (in Nachbarschaft einer fröhlichen Runde aus dem erwähnten Altersheim) angestoßen. Hier wollen wir nächstes Jahr dann weiter fortsetzen.
Wie immer vielen Dank an Sie und Ihr Team und freundliche Grüße,